2. März 2026

«Freylekh» mit Weltklasse-Pianisten

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Gintaras Januševičius überraschte die Gemeinde mit einzigartiger Darbietung jüdischer Musik. 

«Erlauben Sie mir, abzukürzen.», bat der Präsident der Israelitischen Gemeinde Winterthur (IGW), Olaf Ossmann. Es ging um die reiche Biographie des Pianisten Gintaras Januševičius, der sich an das kleine Klavier im Saal des Blaukreuz-Saales setzen würde.

Januševičius, einer der bekanntesten Pianisten unserer Zeit, wurde von der IGW eingeladen, einen Streifzug durch die jüdische Musik zu geben. Was dieser aus Litauen stammende Künstler anschliessend an die Lesung der Megilla dann bot, versetzte die Anwesenden ins Staunen. Die Auswahl trug den Namen «Freylekh».

In bester Art eines Conférenciers leitete er gekonnt die Stücke berühmter und vergessener Komponisten ein. Ohne Notenblatt spielte er Stücke von Erich Wolfgang Korngold oder George Gershwin. In den Einleitungen ging er stets auf die jüdische Biographie der Komponisten ein. 

Januševičius, der ebenfalls jüdische Wurzeln hat, wählte bei seiner Auswahl Stücke aus, die gut zu Purim und zur aktuellen Weltlage passten. Etwas bange bat ihn der Präsident zuvor um Entschuldigung für das einfache Klavier, das schon Jahrzehntelang im Saal stehe. Keine Sorge, beruhigte ihn der Maestro, es sei «spielbar» und versetzte das Publikum in Lachen.

Der Krieg im Iran und die Bombeneinschläge in Israel belasteten den Abend. Die Frage, ob es überhaupt erlaubt sei, in solchen Momenten, Purim zu feiern, beschäftigte manche. Absolut, meinte der Rabbiner der Gemeinde, Dr. Kurt Nordmann. In seiner kurzen Ansprache betonte er die Resilienz des jüdischen Volkes, das trotz allen Widerständen an seiner Tradition und seinem Charakter festhält. Das Konzert und die beiden Ansprachen des Präsidenten und des Rabbiners wurden durch ein herzhaftes Apéro begleitet.